12. September 1505:
Karl von Egmond verleiht Lobberich drei Jahrmärkte


Am 12. September 1505 verlieh Karl von Egmond, Herzog von Geldern und Graf von Zutphen, dem Kirchspiel Lobberich im Amte Krickenbeck zwei dreitägige freie Jahrmärkte und einen Markt am ersten Freitag der Fastenzeit "aus großer Zuneigung, die wir gegenüber unseren lieben Schöffen, Geschworenen und Untergebenen unseres Kirchspiels Lobberich (...) hegen".

Diese Verleihung erfolgte zur Ehre der Kirche, zur Instandsetzung des Dorfes und zur Herstellung der Straßen.

Er bestimmt: der erste Markttag soll gehalten werden am dritten Sonntag nach Pfingsten, der andere am Tag der elftausend Jungfrauen (= St.Ursula, also 21. Oktober).

Während sich der Fastenmarkt im Laufe der folgenden Jahrhunderte verloren hat, sind die beiden dreitägigen Jahrmärkte bis auf den heutigen Tag erhalten: als die beiden Lobbericher Kirmessen, beide seit nunmehr 500 Jahren immer zum gleichen Termin im Jahr gefeiert.

Die Jahrmärkte, die der geldrische Herzog seinen Lobbericher Untertanen zubilligte, vermutlich um sich ihrer Treue in der Auseinandersetzung mit König Maximilian zu versichern, bedeuteten für die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes eine große Hilfe.

Die Möglichkeit, Überschüsse der eigenen landwirtschaftlichen Produktion und Vieh zu verkaufen, zog ebenso Menschen des Umlandes in den Ort wie die sich allmählich entwickelnden Aktivitäten von Schaustellern und die Festlichkeiten der Einheimischen, etwa der Bruderschaft.

Abschrift und Übertragung des Urkundentextes


Weiterführend:

Kirmes in Lobberich

Klaus J. Dors: Die Urkunden der Pfarrgemeinde St. Sebastian


 Übersicht kultureller Jahreskalender

 Karl-Egmond-Straße und andere Straßen in Lobberich


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