Leute in Lobberich

Karl (Carl) Niedieck

seit 1863 Teilhaber des Textilunternehmens.

Karl Niedieck
Karl Niedieck

In Stromberg i. W. wurde Karl Niedieck am 30. April 1836 geboren. Der frühe Tod des Vaters zwang seine Söhne, sich schon früh auf eigene Füße zu stellen. Karl Niedieck ging nach Frankreich und erhielt seine Ausbildung zum Textilfachmann in einer Lyoner Seidenweberei. Seinen um zwei Jahre älteren Bruder Link Julius treffen wir 1850 bei der Firma J. L. de Ball in Lobberich, wo er sich die Grundlagen für sein späteres Wissen und Können aneignete.

Bis zum Jahre 1863 arbeiteten die Gesellschafter zusammen, dann trat Karl Niedieck aus und gründete mit dein Bankier Heinrich Schölvinck aus Coesfeld i. W. die Firma Niedieck & Schölvinck.

1863 begann unter seiner Leitung die mechanische Herstellung von festkantigem Doppelsamtband auf 20 Werbstühlen an der unteren Breyeller Straße. Dort wurde das erste ganz mechanisch hergestellte Samtband in Europa gewebt. In dem gleichen Jahre hören wir von dem Baubeginn eines weiteren Websaales für 120 Stühle.

1865 legten die Brüder das alte und das neue Geschäft zusammen und firmierten nun Niedieck, Schölvinck & Co. Innerhalb kurzer Zeit beschäftigte der Betrieb mehr als 1000 Webstühle in Lobberich und der weiteren Umgebung. 1872 trat der letzte Teilhaber der Firma (Schölvinck) aus und die Brüder firmierten gemeinsam als Niedieck & Co.

1876 hörten sie von Experimenten an einem halbmechanischen Samtwebstuhl für Doppelsamt. Sie verpflichteten den damit beschäftigten Webermeister Tappeser und dessen beide Mitarbeiter für sich. Die mit dem neuen Doppelsamtstuhl verbundene Massenproduktion ließ die Erzeugerkosten und damit den Preis für Samt bedeutend absinken. Die nun einsetzende sprunghafte Vergrößerung der Fabrikanlagen wurde noch gefördert, indem Niedieck im Laufe der Jahre etliche schwachfundierte Betriebe aufkaufte und in den eigenen Betrieb einverleibten.

1877 bekam Lobberich dank des Niedieck'schen Gaswerkes an der Breyeller Straße die erste Straßenbeleuchtung

Karl Niedieck stiftete Anfang der 1880er-Jahre 20 000 Mark für den Aufbau eines Fonds zum Bau eines Link Krankenhauses in Lobberich.

Karl war verheiratet mit Anna Katharina Sofia Kessels, der Tochter des Lobbericher Bürgermeisters, die das Link Kastell Ingenhoven als Mitgift in die Ehe brachte.

N-Wimpel
Vom Besitz durch Familie Karl und Anna Niedieck zeugen bis heute die Wimpel mit dem "N" auf den Zinnen der Link des Kastells

Am 1. Mai 1905 feierte Geheimrat Karl Niedieck in voller Rüstigkeit das 50jährige Geschäftsjubiläum. Weitere 6 Jahre bis zu seinem Tod führte er das Unternehmen. Am 22. November 1911 starb er im Alter von 75 Jahren. Wie Karl Niedieck beerdigt worden ist, ist nicht festgehalten. Nur weiß man, dass sich auch sein Pferd am Grabe von ihm verabschiedet hat.

"Reich wie Niedieck" war längst zum geflügelten Wort geworden.


Mehr zu Karl Niedieck im Logo Heimatbuch 1955 S. 70-73


Weitere bedeutende Vertreter der Familie waren:

  • Link Julius Niedieck (Gründer der Niedieck - Werke 1855)
  • Link Paul Niedieck, Weltenbummler, Autor

Siehe auch: Link Niedieckstraße

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