Emil "Em" Oelieden

dem Rheinischen Expressionismus
verbundener Maler

* 22. November 1875, Lobberich
+ 20 Oktober 1934, Bonn

https://lobberi.ch/oelieden


rechts: Emil (Em) Oelieden - Foto: Stadtmuseum Bonn
Hier veröffentlicht mit frdl. Genehmigung vom 27.Oktober 2021

Em Oelieden Quelle Stadtarchiv Bonn Mit frdl. Genehmigung vom 27.10.2021


Em Oelieden wurde am *22. November 1875 in Lobberich geboren, schon früh verstarb der Vater, ein Schumacher und Postbote; er war auf dem Heimweg überfallen und ermordet worden, nachdem er ein Erbe abgeholt hatte.

Der dreijährige wuchs also bei seinem Großvater Peter Mathias Oelieden (gestorben 1882) auf und nach dessen Tod in sehr ärmlichen Verhältnissen bei seiner niederländischstämmigen Mutter Maria Hubertina, geborene Driessen (1847–1900), die als Büglerin arbeitete. Als Vormund des jungen Emil wurde der Fabrikant Hoeren eingesetzt.

Nach der Schule lernte Oelieden von 1891 bis 1893 den Beruf des Maurers, als Stukkateur ging er auf Wanderschaft in die Niederlande, nach England und Belgien.


Stationen des Lebens:

  • *22. November 1875 Geburt in Lobberich
  • 1978 Tod des Vaters bei einem Raubüberfall
  • 1891-1893 Maurerlehre
  • 1893 Berlin
    Oelieden arbeitete für den Anatomen Rudolf Virchow und erstellte für ihn Gipsmodelle für die Lehre
  • 1896 Düsseldorf,
  • 1897 erste Ehe, ein Kind, Scheidung bereits 1900.
  • 1903 Leiter Formenbau und Gießerei bei der Fa. Raunitschke & Weber
    Leiter der Bildhauer- und Stuckarbeiten am Diorama-Gebäude der internationalen Kunst- und Gartenbau- Ausstellung Düsseldorf
  • 1904 bis 1906 Keramiker und Silberschmied, Ausstellungen in Düsseldorf, Elberfeld, Wiesbaden und Hamburg.
    Möbelentwürfe.
  • 1905 Reisen nach Dänemark, Schweden und Norwegen.
  • 1906 Zurück in Düsseldorf, Privatschüler bei Professor Eduard von Gebhardt
    Änderung des (Künstler-) Vornamens in "Em". Ausstellung in Hamburg
    zweijährige Studienreise nach Spanien, Marokko, Tunesien und Algerien.
  • 1908 Wiederaufnahme des Unterrichts bei Professor Gebhardt und (neu) bei Carl Reiser
    Reisen nach Flandern, Berlin-Aufenthalt, Umzug nach Bonn, mit seiner zweiten Frau Helena Caracciola
  • ab 1908 vier Wintersemester Studium in Paris gemeinsam mit Wilhelm Lehmbruck und Bernhard Hoetger, Mitarbeit im Atelier von Auguste Rodin, Bekanntschaft mit Rainer Maria Rilke.
    In den Sommermonaten dieser Zeit Aufenthalt in Brügge, Gent und Sluis
  • 1909 weitere Studien in Antwerpen bei Isaac Israels
    Ausstellungen in Bonn (1908, 1909, 1010, 1911 und 1913)
    Übergang vom Realismus in eine impressionistische Phase - Kontakt zu George Minne, Gustave van de Woestyne, Valerius de Saedeleer und Leo Mechelaere, thematische Änderungen hin zur flämischen Landschaft mit ihren Feldern, Wiesen und dramatischen Wolken.
    Oelieden wird u.a. durch den Kunsthistoriker Link Paul Clemen gefördert.
  • 1911/12 Besuch von Vorlesungen von Professor Dr. Siegfried Mollier am Münchener Histologisch-Embryologischen Institut über „Plastische Anatomie für Künstler“ - Ausstellung in München.
    Von dort aus bereist Oelieden 1912 die Schweiz und Italien, Rückkehr nach Bonn, von dort aus erneut Reisen nach Flandern
  • 1914 Oelieden muss als Deutscher Staatsbürger bei Beginn des 1. Weltkrieges aus Tieghem (B) fliehen, wo er im Wächterhäuschen am Poppelsdorfer Weiher unterkommt.
  • 1915 Geburt der Tochter Beatrice (sie verwaltet später seinen Nachlass) wenige Monate später stirbt die Ehefrau.
    Oelieden zieht mit Tochter nach Berenbach in die Eifel,
  • 1917 Oelieden dient als Dolmetscher und Kulturgutberater im deutschen Generalhauptquartier in Brüssel.
  • 1919 zurück in Bonn
  • 1920 dritte Ehe mit der Lehrerin Else Hermann
    die Familie lebt im Siebengebirge, in der Eifel und im Hunsrück (in Odert und Irmenach),
  • 1924 Reise nach Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen, auf den Spuren Edvard Munchs
  • 1925 die Familie zieht nach Niederholtorf bei Bonn, Reise nach Holland
  • 1926 Reisen in die Schweiz, nach Südtirol, Venedig und Holland,
  • 1927 Wohnsitze in Brügge, Blankenberghe und Cog sur mer
  • 1928 endgültig zurück in Bonn
  • 1929 Reisen nach Belgien, England und Holland.
  • 1930 Reisen in die Eifel, nach Belgien und an den Niederrhein,
  • 1932 Reisen zum Laacher See und den Nürburgring
  • 1934 Reisen nach Flandern
  • 20. Oktober 1934 Oelieden erleidet beim Stoplern über einen defekten Hydrantendeckel tödliche Verletzungen.

1958 Die Stadt Bonn benennt einen Weg in Dottendorf nach dem Künstler.


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Weiterführende Links und Literatur:

  • Link Robert de Laere: Em Oelieden, ein deutscher Expressionist in Brügge
  • Link Westdeutscher Beobachter: Das schwere Leben des Malers Em Oelieden (1943)
  • Link Edmund Els: Emil "Em" Oelieden
  • Lanser, Heinz: Landschaft und Portrait.
    in: Optendrenk, Theo: Lobberich. Ein Kirchspiel an der Nette Nettetal, o. J. S. 116-118
  • WOLF, Irmgard: Kunst ohne Konzessionen.
    Zu Leben und Werk des Malers Em Oelieden, in: BonnerGbll 37, 1985, S. 249-304
  • Weblink Niesen, Josef, Emil Oelieden, in: Internetportal Rheinische Geschichte, (abgerufen am 26.10.2021)
  • Niesen, Josef, Bonner Personenlexikon, 3. Auflage, Bonn 2011, S. 351-352.

Der Nachlass von Emil Oelieden befindet sich im Stadtarchiv (Stadthistorische Bibliothek) Bonn.
Etwa 1700 Werke aus seinem bildkünstlerischen Nachlass hat Tochter Beatrice dem  Stadtmuseum Bonn übergegeben.

Den Inhalt des Nachlasses sehen Sie hier.


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